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Diskussionsrunde zum Thema E-Mobilität: Energieexperte sieht noch großen Forschungsbedarf

Natürlich weiß auch Michael Wäschenbach um die Bedeutung der Sozialen Medien, und selbstredend hat er einen Facebook-Account. Aber manche Themen diskutiert der Christdemokrat lieber offline als per Chat, lieber in seinem Büro als virtuell. Das Thema „E-Mobilität“ gehört für den Christdemokraten dazu: „Vor kurzem bin ich im Internet für eine Aussage zur E-Mobilität ganz schön angegriffen worden: Ich würde Werbung für die verkorkste E-Mobilität machen.“ Grund genug für den energiepolitischen Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, das Thema noch einmal anzupacken – am 20.02.2018 hatte er dazu eine Talkrunde in seinem Büro organisiert.

Wäschenbach hatte dafür gesorgt, dass das Thema aus verschiedenen Blickwinkeln angepackt werden konnte – auch wenn die Runde nicht ganz ausgeglichen besetzt war:

Für Florian Strunk dürfte die Fahrt mit dem Elektroauto von Altenkirchen nach Betzdorf deutlich stressfreier gewesen sein als sein Aufenthalt in Wäschenbachs Büro. Denn der Vertreter der Energieagentur hatte keinen leichten Stand: Natürlich erwartet man von einem Projektleiter E-Mobilität, dass er eine Lanze für Elektrofahrzeuge bricht – und Strunk gab sich auch alle Mühe. Er führte die CO2-Bilanz ins Feld, kam auf sinkende Preise und immer höhere Leistungsfähigkeit der E-Autos zu sprechen. Aber: Er war in der Diskussionsrunde nicht nur ein einsamer Rufer, sondern hatte auch einen ausgesprochen unbequemen Gegenpol.

Denn Dr. Björn Peters , Ressortleiter Energiepolitik im Deutschen Arbeitgeberverband, darf als fundierter Kenner des Energiemarkts gelten – und er stützte sich als Naturwissenschaftler in der Diskussion immer wieder auf die Macht der Mathematik und der Physik. Mit vielen Rechenexempeln untermauerte er seine zentrale These: Es sei „physikalisch undenkbar“ und aus ökologischen Gründen nicht einmal sinnvoll, komplett auf E-Mobilität umzuschwenken – und selbst um Teile der deutschen Automobilflotte auszutauschen, sei ein erheblicher technischer Fortschritt nötig. „Noch hält vieles einer echten Überprüfung nicht stand. Da muss noch einiges passieren.“

Deshalb warnte auch Maik Köhler die Politik eindringlich davor, übertriebene Zielvorgaben zu formulieren und mit teuren Förderprogramm zu flankieren. Denn die E-Mobilität werde sich nur dann durchsetzen, wenn die akkubetriebenen Autos so weit sind, dass sie echte Alternativen darstellen und sich so eine breite Akzeptanz in der Bevölkerung verdienen. „Die Politik versucht aber, die Menschen irgendwohin zu drängen“, konstatierte der Kirchener Bürgermeister. Und das führe nicht zum Ziel, sondern zu einer gefährlichen Politikverdrossenheit.

Auch Werner Weller , als einer der Sprecher der BI Siegtal nicht zum ersten Mal in Wäschenbachs Diskussionsrunden zu Gast, warnte eindringlich vor ideologisch motivierten Schnellschüssen. Aktuell sei die E-Mobilität nicht konkurrenzfähig – weder was das Preisniveau angehe, noch in puncto Leistung und Alltagstauglichkeit.

Gastgeber Michael Wäschenbach näherte sich dem Thema differenziert an: Der CDU-Landtagsabgeordnete bezeichnete die E-Mobilität als kleinen Mosaikstein im Kampf gegen einen „bedrohlichen Klimawandel“. Um dieser Herausforderung gerecht zu werden, bedürfe es aber nicht nur alternativer Antriebskonzepte, sondern auch einer „Mobilitätswende“, z. B. mit Carsharing- oder Bürgerbus-Modellen. Mit Blick auf die E-Mobilität schränkte Wäschenbach ein, dass derzeit die Anwendungsmöglichkeiten noch begrenzt seien.

Und auf diesen Nenner konnten sich nach gut zwei Stunden alle Diskussionsteilnehmer weitgehend einigen: Noch ist die E-Mobilität nicht so weit, dass sie für das Gros der Bevölkerung das Auto ersetzen kann. Als Zweitwagen hingegen könne ein E-Fahrzeug vielen Haushalten dienen, und für Transportunternehmen wie die Post sei es ebenfalls jetzt schon nutzbar.

Aber es gebe eben viele Gründe dafür, dass die E-Autos noch lange nicht so weit verbreitet seien, wie es die Bundesregierung angepeilt habe, meinte Dr. Peters. Und er stand mit dieser Meinung nicht alleine da:

Der Preisunterschied sei noch zu groß: „Wie abgehoben ist denn eine Diskussion, wenn beim Kauf eines Kleinwagens 15 000 Euro mehr fällig werden? Wer kauft denn dann ein Elektroauto?“, fragte Köhler rhetorisch.

Die Reichweite der Fahrzeuge ist noch zu gering. Denn selbst, wenn sich 90 Prozent aller Fahrten auf kurze Strecken beschränken, erfordern die übrigen 10 Prozent eben dann doch ein Auto, das ohne stundenlange Ladestopps mehr als 500 Kilometer schafft, argumentierte Peters. Und größere Akkus könnten nicht die Lösung sein: Tesla verbaue bereits jetzt 700 Kilo schwere Batterien. „Das ist völlig irrsinnig“, sagte Peters mit Verweis auf die Energiebilanz – und auf den ökologischen und sozialen Schaden, der beim Abbau der Rohstoffe (Stichwort: Kinderarbeit in afrikanischen Kobaltminen) und der Herstellung der Akkus entstehe. Gerade bei den Akkus sei also noch viel Forschung nötig, konstatierte Peters.

Zudem sei das Versorgungsnetz noch zu lückenhaft, lieferte Peters fleißig weiter Gegenargumente. Falls der Anteil der E-Autos signifikant steige, müssten pro Autobahnraststätte 50 bis 100 Ladestationen geschaffen werden. Schließlich gebe es heute ja schon häufig Staus, obwohl 15 Zapfsäulen zur Verfügung stehen und das Betanken eines Benziners viel, viel schneller erledigt ist als das Aufladen eines Akkus. Und auch in den heimischen Garagen seien Kapazitätsengpässe vorprogrammiert: Pro normaler Wohnstraße gebe das bestehende Versorgungsnetz maximal zwei, drei 50-kW-Schnellladestationen her – für jede weitere müsse die Straße aufgerissen und das Kabel des Stromversorgers getauscht werde.

Und klimafreundlicher Strom sei keineswegs in der benötigten Menge verfügbar, legte Peters nach. Mit Recht hatte Strunk betont, dass die E-Autos ihre Trümpfe für das Klima erst dann vollends ausspielen könnten, wenn sie mit grünem Strom geladen werden. Das sei aber schlicht nicht machbar, meinte Peters: Wind- und Solarenergie könnten nicht zu jeder Zeit den Energiebedarf decken – limitierender Faktor sei das Wetter. „Beim Wetter hilft es nicht, den Durchschnittswert zu betrachten. Man muss auf die Extreme schauen.“ Um windstille Perioden und sogenannte Dunkelflauten kompensieren zu können, müsse eine enorme Speicherkapazität vorgehalten und ein Stromnetz mit mehrfachen Überkapazitäten geschaffen werden – beides sei illusorisch. Und selbst Sonnenenergie aus der Sahara löse dieses Problem nicht: „Da scheint zwar mehr Sonne als bei uns, aber eben auch nicht dann, wenn hier Nacht ist.“ Um Wetterunterschiede wirksam nivellieren zu können, müsse ein gigantisches Stromnetz aufgebaut werden, das von den Sommerwindgebieten in Westafrika bis zu den Winterwindgebieten in Sibirien reiche. „Technisch ist das machbar – aber will man das politisch?“ Schließlich sei es z. B. für Terroristen dann ein Kinderspiel, ganz Europa das Licht auszuknipsen.

Diese Argumente konnte Strunk nicht entkräften – er musste einräumen, dass noch viel Forschung und „immense Investitionen in die Infrastruktur“ nötig sind. Aber er sieht die Zeit auf seiner Seite: „Das Angebot und die Akzeptanz werden wachsen.“ Blickt man auf die Zahl der zugelassenen E-Autos in Deutschland, gibt ihm zumindest der Trend Recht: Wenn die aktuellen Zuwachsraten anhalten, dürften die elektrifizierten Autos spätestens 2020 einen zweistelligen Marktanteil erreichen.

Quelle: Siegener Zeitung vom 21.02.2018

Stand geplante Teilfortschreibung des LEP IV - Ausbau muss landesweit über die Planungsgemeinschaften gesteuert werden


Auf Antrag der CDU-Landtagsfraktion hat sich der Innenausschuss heute mit dem Stand der von der Landesregierung geplanten Teilfortschreibung des LEP IV zur künftigen Steuerung der Windenergienutzung in Rheinland-Pfalz befasst. Dazu erklärt der energiepolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Michael Wäschenbach:

„Inhaltlich leidet die Fortschreibung des LEP IV an der Uneinigkeit innerhalb der Ampel-Koalition. Es ist ein notgedrungener Kompromiss zu Lasten unserer gewachsenen Kulturlandschaft und findet nicht überall Akzeptanz.

Es bleibt deshalb bei unserer Forderung nach einer Steuerung des Ausbaus der Windkraft über die Planungsgemeinschaften. Nur so kann eine sinnvoll koordinierte Entwicklung gewährleistet werden. Bei den Bestimmungen zur Errichtung von Windkraftanlagen im Wald hatten wir uns mehr gewünscht. Denn pro Windrad müssen bis zu 1ha Wald gerodet werden. Das beeinträchtigt die Landschafts- und Umweltverträglichkeit.

Ursprünglich war die Teilfortschreibung des LEP IV bereits für April 2017 vorgesehen. Aufgrund der vielen Stellungnahmen und Einwände hat sie sich verzögert. Jetzt muss sie zügig umgesetzt werden. Denn alle Beteiligten brauchen endlich Rechtssicherheit.

Es ist ein Erfolg für die CDU-Landtagsfraktion, dass beim Mindestabstand zur Wohnbebauung zukünftig die Gesamthöhe der Windkraftanlagen und nicht die Nabenhöhe entscheidend ist. Auch für das Verbot der Errichtung von Windkraftanlagen in Kernzonen der Naturparke, haben wir – zusammen mit den Bürgerinitiativen, Umwelt- und Naturschutzverbänden – lange gekämpft.

Offen bleiben für uns noch Fragen bei der konkreten Umsetzung der Abstände zu Siedlungen, der Abstände von Übertragungsleitungen und der Einhaltung der Artenschutzrichtlinien.“

Quelle: CDU-Fraktion Rheinland-Pfalz vom 27. Juni 2017

Energie BUND im Kreis informierte sich im Umspannwerk Dauersberg


Amprion: Netzausbau dringend erforderlich

Dauersberg. Es knistert und rauscht in den Leitungen – „Strom kann man hören“, sagt Gunnar Götz und lächelt. Götz arbeitet für die Firma Amprion. Er ist Leiter des Betriebsbereichs Mitte und somit zuständig für das Umspannwerk in Dauersberg. Die BUND-Kreisgruppe Altenkirchen und die BUND-Kreisgruppe Westerwald beschäftigen sich auch mit Themen wie Energiepolitik und Energietechnik. Und da ist es naheliegend, sich einmal ein Bild davon zu machen, wie der Strom zu den Verbrauchern in die Steckdose kommt.

Der zweite Vorsitzende Hans-Jürgen Lichte hat den Besuch organisiert. So manchen treibe auch die Neugierde um. „Einige, die heute hier sind, fahren 200 bis 300 Mal die Steinerother Straße hoch und fragen sich: Was sind das für Apparaturen hier?“, meint Lichte. Fragen nach der Sicherheit der Stromversorgung und natürlich das Thema Bau neuer Trassen stehen ebenfalls auf der Tagesordnung. Neben dem Leiter Gunnar Götz nahm sich auch Pressesprecher Andreas Preuß Zeit, bei einem Rundgang die Fragen der Naturschützer zu beantworten. Auch der CDU-Landtagsabgeordnete Michael Wäschenbach schloss sich dem Besuch des BUND an.

Das Umspannwerk in Dauersberg, erläutert Götz, ist eine der größten Anlagen in Deutschland. Es ist vergleichbar einem Autobahndrehkreuz – nur dass hier anstelle von Fahrzeugen Strom gebündelt und weiterverteilt wird. Die Besuchergruppe spaziert auf dem riesen Areal durch die Trassen mit den Schaltanlagen links und rechts. Bagger sind zu sehen, denn die „Leistungsstärke“ der Anlage wird erweitert. Die Überwachung, erläutert Götz, erfolgt von der Schaltzentrale in Rommerskirchen aus. „Hier sitzen mehrere Ingenieure vor den Computern zusammen.“ Ein Mann ist vor Ort, um die Baumaßnahmen und Wartungsarbeiten zu begleiten.

Ein Umspannwerk ist Teil des elektrischen Versorgungsnetzes eines Energieversorgungsunternehmens und dient der Verbindung unterschiedlicher Spannungsebenen. Im Umspannwerk erfolgt die Transformation der elektrischen Energie zwischen zwei oder mehreren Spannungsebenen. Der Strom kommt mit einer hohen Spannung an und wird dann mit niedrigerer Spannung in die Netze weitergeleitet. Westnetz als Energieversorger greift in der Anlage in Dauersberg Strom für seine Kunden ab. „Bis der Strom aus der Steckdose kommt, stecken viel Know-how und Technik dahinter“, sagt Pressesprecher Preuß. Er beantwortet Fragen zum Thema Bau neuer Trassen. Momentan verfüge Amprion über ein Netz von 11 000 Kilometern – „das reicht nicht aus“, sagt der Mann für die Öffentlichkeitsarbeit. Der durch Windkraft produzierte Strom im Norden müsse nach Süden transportiert werden. Speicherung sei auf absehbare Zeit keine Alternative, denn es gebe noch nicht die entsprechende Technik, so Preuß. Der Netzausbau sei wichtig für die Netzsicherheit – „die Leitungen sind derzeit schon überlastet“. Auf absehbare Zeit könne auch nicht auf Strom aus Kohlekraftwerken verzichtet werden. Gerade im Winter, vor allem im Januar, wenn viel Strom gebraucht würde, spreche man von einer „Dunkelflaute“. Der Begriff bezeichnet in der Energiewirtschaft den Zustand, dass Windenergie- und Fotovoltaikanlagen in einer Region wegen Flaute oder Schwachwind und zugleich auftretender Dunkelheit insgesamt keine oder nur geringe Mengen elektrischer Energie produzieren. Keine Sonne, kein Wind und Kälte – die Besucher bekamen auch jetzt im Februar noch einen Eindruck von dieser „Flaute“. So wünschenswert „grüner Strom“ auch sei, auf die erneuerbaren Energien sei eben nicht zu allen Zeiten Verlass, so der Pressesprecher.
Vor allen Dingen der Aspekt der Energiesicherheit überzeugte auch BUND-Vorstandsmitglied Lichte: „Die Netze sind bis zum Anschlag belastet. Der Netzausbau ist dringend erforderlich.“ 
 
Quelle: RZ Kreis Altenkirchen vom Montag, 13. Februar 2017