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Stand geplante Teilfortschreibung des LEP IV - Ausbau muss landesweit über die Planungsgemeinschaften gesteuert werden


Auf Antrag der CDU-Landtagsfraktion hat sich der Innenausschuss heute mit dem Stand der von der Landesregierung geplanten Teilfortschreibung des LEP IV zur künftigen Steuerung der Windenergienutzung in Rheinland-Pfalz befasst. Dazu erklärt der energiepolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Michael Wäschenbach:

„Inhaltlich leidet die Fortschreibung des LEP IV an der Uneinigkeit innerhalb der Ampel-Koalition. Es ist ein notgedrungener Kompromiss zu Lasten unserer gewachsenen Kulturlandschaft und findet nicht überall Akzeptanz.

Es bleibt deshalb bei unserer Forderung nach einer Steuerung des Ausbaus der Windkraft über die Planungsgemeinschaften. Nur so kann eine sinnvoll koordinierte Entwicklung gewährleistet werden. Bei den Bestimmungen zur Errichtung von Windkraftanlagen im Wald hatten wir uns mehr gewünscht. Denn pro Windrad müssen bis zu 1ha Wald gerodet werden. Das beeinträchtigt die Landschafts- und Umweltverträglichkeit.

Ursprünglich war die Teilfortschreibung des LEP IV bereits für April 2017 vorgesehen. Aufgrund der vielen Stellungnahmen und Einwände hat sie sich verzögert. Jetzt muss sie zügig umgesetzt werden. Denn alle Beteiligten brauchen endlich Rechtssicherheit.

Es ist ein Erfolg für die CDU-Landtagsfraktion, dass beim Mindestabstand zur Wohnbebauung zukünftig die Gesamthöhe der Windkraftanlagen und nicht die Nabenhöhe entscheidend ist. Auch für das Verbot der Errichtung von Windkraftanlagen in Kernzonen der Naturparke, haben wir – zusammen mit den Bürgerinitiativen, Umwelt- und Naturschutzverbänden – lange gekämpft.

Offen bleiben für uns noch Fragen bei der konkreten Umsetzung der Abstände zu Siedlungen, der Abstände von Übertragungsleitungen und der Einhaltung der Artenschutzrichtlinien.“

Quelle: CDU-Fraktion Rheinland-Pfalz vom 27. Juni 2017

Energie BUND im Kreis informierte sich im Umspannwerk Dauersberg


Amprion: Netzausbau dringend erforderlich

Dauersberg. Es knistert und rauscht in den Leitungen – „Strom kann man hören“, sagt Gunnar Götz und lächelt. Götz arbeitet für die Firma Amprion. Er ist Leiter des Betriebsbereichs Mitte und somit zuständig für das Umspannwerk in Dauersberg. Die BUND-Kreisgruppe Altenkirchen und die BUND-Kreisgruppe Westerwald beschäftigen sich auch mit Themen wie Energiepolitik und Energietechnik. Und da ist es naheliegend, sich einmal ein Bild davon zu machen, wie der Strom zu den Verbrauchern in die Steckdose kommt.

Der zweite Vorsitzende Hans-Jürgen Lichte hat den Besuch organisiert. So manchen treibe auch die Neugierde um. „Einige, die heute hier sind, fahren 200 bis 300 Mal die Steinerother Straße hoch und fragen sich: Was sind das für Apparaturen hier?“, meint Lichte. Fragen nach der Sicherheit der Stromversorgung und natürlich das Thema Bau neuer Trassen stehen ebenfalls auf der Tagesordnung. Neben dem Leiter Gunnar Götz nahm sich auch Pressesprecher Andreas Preuß Zeit, bei einem Rundgang die Fragen der Naturschützer zu beantworten. Auch der CDU-Landtagsabgeordnete Michael Wäschenbach schloss sich dem Besuch des BUND an.

Das Umspannwerk in Dauersberg, erläutert Götz, ist eine der größten Anlagen in Deutschland. Es ist vergleichbar einem Autobahndrehkreuz – nur dass hier anstelle von Fahrzeugen Strom gebündelt und weiterverteilt wird. Die Besuchergruppe spaziert auf dem riesen Areal durch die Trassen mit den Schaltanlagen links und rechts. Bagger sind zu sehen, denn die „Leistungsstärke“ der Anlage wird erweitert. Die Überwachung, erläutert Götz, erfolgt von der Schaltzentrale in Rommerskirchen aus. „Hier sitzen mehrere Ingenieure vor den Computern zusammen.“ Ein Mann ist vor Ort, um die Baumaßnahmen und Wartungsarbeiten zu begleiten.

Ein Umspannwerk ist Teil des elektrischen Versorgungsnetzes eines Energieversorgungsunternehmens und dient der Verbindung unterschiedlicher Spannungsebenen. Im Umspannwerk erfolgt die Transformation der elektrischen Energie zwischen zwei oder mehreren Spannungsebenen. Der Strom kommt mit einer hohen Spannung an und wird dann mit niedrigerer Spannung in die Netze weitergeleitet. Westnetz als Energieversorger greift in der Anlage in Dauersberg Strom für seine Kunden ab. „Bis der Strom aus der Steckdose kommt, stecken viel Know-how und Technik dahinter“, sagt Pressesprecher Preuß. Er beantwortet Fragen zum Thema Bau neuer Trassen. Momentan verfüge Amprion über ein Netz von 11 000 Kilometern – „das reicht nicht aus“, sagt der Mann für die Öffentlichkeitsarbeit. Der durch Windkraft produzierte Strom im Norden müsse nach Süden transportiert werden. Speicherung sei auf absehbare Zeit keine Alternative, denn es gebe noch nicht die entsprechende Technik, so Preuß. Der Netzausbau sei wichtig für die Netzsicherheit – „die Leitungen sind derzeit schon überlastet“. Auf absehbare Zeit könne auch nicht auf Strom aus Kohlekraftwerken verzichtet werden. Gerade im Winter, vor allem im Januar, wenn viel Strom gebraucht würde, spreche man von einer „Dunkelflaute“. Der Begriff bezeichnet in der Energiewirtschaft den Zustand, dass Windenergie- und Fotovoltaikanlagen in einer Region wegen Flaute oder Schwachwind und zugleich auftretender Dunkelheit insgesamt keine oder nur geringe Mengen elektrischer Energie produzieren. Keine Sonne, kein Wind und Kälte – die Besucher bekamen auch jetzt im Februar noch einen Eindruck von dieser „Flaute“. So wünschenswert „grüner Strom“ auch sei, auf die erneuerbaren Energien sei eben nicht zu allen Zeiten Verlass, so der Pressesprecher.
Vor allen Dingen der Aspekt der Energiesicherheit überzeugte auch BUND-Vorstandsmitglied Lichte: „Die Netze sind bis zum Anschlag belastet. Der Netzausbau ist dringend erforderlich.“ 
 
Quelle: RZ Kreis Altenkirchen vom Montag, 13. Februar 2017