Schulbesuchstag 2019: Offene Ohren für die Jugend

Auch Landtagspräsident Hendrik Hering wird am Schulbesuchstag in verschiedenen Schulen zu Gast sein. Bild: Landtag Rheinland-Pfalz/Torsten Silz

Über 11.000 Schülerinnen und Schüler haben in diesen Tagen die Möglichkeit, mit den Landtagsabgeordneten ins Gespräch zu kommen.
„Dieses bundesweit einmalige Projekt ist eine feste Größe in den Terminkalendern der Abgeordneten. Schülerinnen und Schüler können Landespolitikern unmittelbar ihre Fragen stellen sowie ihre Anregungen und Kritik loswerden“, sagte Landtagspräsident Hendrik Hering,
der ebenfalls an diesem Tag in verschiedenen Schulen zu Gast ist. Und umgekehrt sei dies eine ganz wichtige Rückmeldung für die Politiker. Er freut sich, dass sich in Rheinland-Pfalz regelmäßig sehr viele Abgeordnete und Schulen beteiligen. „Wie die jüngste Shell-Jugendstudie belegt, ist jungen Menschen politisches Engagement wichtig, sie wollen aber von der Politik stärker gehört werden“, betonte der Landtagspräsident.
Demokratie und Erinnerung im Vordergrund Für junge Leute werde parlamentarische Demokratie laut Hendrik Hering durch den Schulbesuchstag greifbar. Sie erführen aus erster Hand, wie der Landtag funktioniert und welche Aufgaben Landtagsabgeordnete haben. Der direkte Austausch baue Distanz ab und könne gegenseitiges Verständnis aufbauen. Ziel sei dabei auch, Jugendliche für Politik zu interessieren und ihr Bewusstsein für die Demokratie zu schärfen. „Aktueller denn je muss uns das ein großes Anliegen sein“, betonte Hendrik Hering. Ausgangs- und Bezugspunkt der Gespräche sei dabei die Bedeutung des 9. Novembers in der deutschen Geschichte. „Insbesondere auch angesichts der jüngsten rechtsextremistischen und antisemitischen Anschläge stehen in diesem Jahr das Erinnern und die Demokratie ganz besonders im Vordergrund“, sagte Landtagspräsident Hendrik Hering. Gemeinsam mit den Abgeordneten wolle er in diesem historischen Zusammenhang ein Bewusstsein dafür schaffen, dass Demokratie keineswegs selbstverständlich sei.
Seit 2003 gibt es den Schulbesuchstag in Rheinland-Pfalz. Ins Leben gerufen wurde er vom damaligen Landtagspräsidenten Christoph Grimm im Rahmen der Veranstaltungen zum 27. Januar, dem Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus. Seit dem Jahr 2005 findet der landesweite Schulbesuchstag jeweils im Umfeld des 9. Novembers statt. In den Jahren 2003 bis 2018 haben sich insgesamt rund 101.700 Schülerinnen und Schüler am
Schulbesuchstag beteiligt.

Hintergrund: 9. November Epochale Wendepunkte, glückliche wie auch tragische Momente der deutschen Geschichte fanden am 9. November statt. Zu den bekanntesten Meilensteinen der demokratischen Entwicklung in Deutschland gehören an diesem historischen Datum die Ausrufung der ersten deutschen Republik 1918 durch Philipp Scheidemann und der Fall der Berliner Mauer 1989. Ebenso fand eines der dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte in der Reichspogromnacht der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft am 9. November 1938 einen ersten grausamen Höhepunkt. Die Gräueltaten des Naziregimes sind seither mit diesem Datum untrennbar verbunden. „Das Datum und die Gespräche sollen vor allem auch dafür sensibilisieren, dass Freiheit und Demokratie nicht selbstverständlich sind“, sagte Hendrik Hering. Ein solcher historischer Rahmen eigne sich, um dann auch aktuelle Herausforderungen für unsere gegenwärtige demokratische Gesellschaft zu diskutieren.


Presseinformation Landtag RLP, Mainz vom 28.10.2019

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